Der Besuch der deutschen Kanzlerin in China zwischen Wirtschaft, (zu schützenden) Interessen und Menschenrechten

„Wir suchen die Zusammenarbeit im beiderseitigen Interesse. Kritische Themen werden wir nicht ignorieren. Das ist Teil eines offenen Austauschs zwischen Deutschland und China.“

So auch Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner langen Rede in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor seiner Reise nach Peking. Der mehrstündige Besuch, der erste als Bundeskanzler Olaf Scholz, der erste einer europäischen Exekutive in der Volksrepublik seit der Pandemie.

Für Scholz war dies eine Gelegenheit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, nicht umsonst wurde er von einer Delegation von Industriellen, darunter auch Volkswagen-Besitzern, begleitet. Eine Reise, die im In- und Ausland Kritik auf sich zog, wurde von Paris, Brüssel und Washington verpönt.

Scholz sorgte dafür, dass alles auf den Tisch kam, auch Menschenrechtsfragen. Dennoch war die erste europäische Wirtschaft von China abhängig, wo zudem deutsche Unternehmen den größten Teil ihrer Gewinne erzielten.

Der Besuch erfolgte einen Tag nach der Krönung von Xi Jinping zum kommunistischen Partei- und Staatsoberhaupt und einem 24,9-Prozent-Investment-Deal von Cosco China im Hamburger Hafen.

Ein Deal, der Washington die Nase rümpfen ließ, Peking aber zeigte, indem es im Grunde sagte: inakzeptable Einmischung.

Die internationale Lage sei „komplex und wechselhaft. Als einflussreiche Mächte sollten China und Deutschland in Zeiten des Wandels und des Chaos zusammenarbeiten, um größere Beiträge zum Weltfrieden und zur Entwicklung zu leisten“. Stattdessen erinnerte Präsident Xi Jinping, der sich mit der deutschen Bundeskanzlerin in der Großen Halle des Volkes traf, laut chinesischen Medien daran, dass 2022 mit dem 50. Jahrestag der bilateralen diplomatischen Beziehungen zusammenfällt.

Wenn die Grundsätze des gegenseitigen Respekts, der Suche nach Gemeinsamkeiten, des Austauschs und des gegenseitigen Lernens beibehalten werden, wird die Richtung der Beziehung nicht abgelenkt und das Tempo des Fortschritts konstant sein“.

Eine Erklärung, die Außenministerin Annalena Baerbock sicherlich nicht gefallen wird und Berlin auffordert, sich nicht auf ein Land zu verlassen, das unsere Werte nicht teilt. Das Risiko besteht darin, verwundbar und politisch erpressbar zu werden.“

Taiwanesisches Dokument

Deutschland verfolge ebenso wie die Vereinigten Staaten und viele andere Länder der Welt die Ein-China-Politik in Bezug auf Taiwan-Angelegenheiten, fügte Olaf Scholz hinzu, der nach Treffen mit Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang vor den Medien in Peking sprach. Scholz, Teil von One China, fügte jedoch hinzu, dass „jede Änderung des Status quo der Beziehungen in der Taiwanstraße friedlich und einvernehmlich erfolgen muss“.

Adelmar Fabian

"Hipster-friendly writer. TV enthusiast. Organizer. General contractor. Internet pioneer."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert