Der französische Filmemacher Jean-Marie Straub ist gestorben

„Die Reinheit von Rahmen, Ton und Text hat eine neue Art des Kinomachens erzwungen, näher an der Aufrichtigkeit von Sprache und Form“, schrieb Sunday Frédéric Maire, Direktor der Cinematheque Switzerland, der „mit Emotionen“ von dem Film gelernt hat. Tot.

Jean-Marie Straub pflegt eine enge Beziehung zur Cinémathèque suisse. Mit Freddy Buache, dem ehemaligen Direktor der Lausanner Institution, verband ihn eine «lange und ununterbrochene Freundschaft», erinnert sich Frédéric Maire, der sein Schaffen lange aufmerksam verfolgt und ihn häufig in den Archiven und Räumen der Cinémathèque empfangen habe. .

2018, anlässlich seines 85. Geburtstages, ist der Filmemacher angereist, um seinen neusten Film «Gens du Lac» bei der Weltpremiere vorzustellen. Die Geschichte spielt in Rolle am Ufer des Genfersees, wo er mit Barbara Ulrich, seiner Partnerin und Produzentin, lebt.

Ablehnung der Konvention

Mit der 2006 verstorbenen Danièle Huillet hat er viele Filme gedreht, ein Werk, das „wichtig für unsere soziale, politische und ästhetische Geschichte ist“, fügte Frédéric Maire hinzu. Ein Ansatz prägt ihre weitgehend links- und politikkritischen Arbeiten: die Absage an das illusionistische und emotionale Potenzial des Kinos.

Lesen Sie diesen Artikel aus dem Jahr 2000: Straub-Huillet stellte sein Kino in den Dienst von Schönberg und Vittorini

Mit nüchternem Stil modifizieren sie lieber die literarischen Vorbilder von Kafka, Böll, Malraux und Hölderlin. Sie lehnen Handel und Konvention ab und lehnen das traditionelle Kino, Hollywood und das Star-System ab. Einen seiner größten Erfolge errang Jean-Marie Straub mit „Chronik der Anna Magdalena Bach“ (1968), gedreht mit Danièle Huillet.

Geboren am 8. Januar 1933 in Metz, wurde er im Kino ausgebildet, indem er sich Filme ansah und Filme von Regisseuren wie Astruc, Bresson, Gance und Renoir besuchte. Während des Algerienkrieges floh er aus Frankreich und fand Zuflucht in Deutschland. Dort wandte er sich 1963 mit „Machorka-Muff“ – nach der Kurzgeschichte von Heinrich Böll – der Regie zu und wurde zu einem der Markenzeichen des Neuen Deutschen Kinos.

Senta Esser

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