Deutschland sieht dem 9. November mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Präsident schlug vor, dass dies ein Tag der historischen Reflexion sein sollte – ČT24 – Tschechisches Fernsehen

Die Nazis schlossen Juden zunächst aus der Gesellschaft aus und markierten sie mit dem Davidstern. Gewalt folgte. Adolf Hitler befahl dies in München. Ihm gehorchten alle NSDAP-Parteiorganisationen in ganz Deutschland und sogar im Sudetenland.

Der Historiker Ulrich Baumann beschäftigt sich mit dem Zustand der Kristallnacht. „Der Holocaust begann 1941. Aber dieses Mahnmal ist auch den Juden gewidmet, die im November 1938 ermordet wurden“, sagte er am Jüdischen Mahnmal in Berlin. „Wir wissen, dass über tausend Synagogen und Andachtsräume zerstört wurden. Es waren nicht nur Männer, die Gewalt ausübten, auch Frauen und Kinder waren beteiligt“, so Baumann.

Zwei Veranstaltungen pro Tag

Nach dem Krieg feierte in Deutschland nur noch die Jüdische Gemeinde den 9. November, seit den 1970er-Jahren schließt sich ihr die breite Öffentlichkeit an.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, den Tag zu einem offiziellen Tag der Besinnung und des Nachdenkens über Deutschland zu machen. „Die an diesem Tag verübte offene Gewalt ist ein klares und sichtbares Vorzeichen dieser präzise geplanten und brutal durchgeführten Entrechtung der Bürgerrechte, es ist ein Vorzeichen der Deportation und schließlich der Liquidierung von Juden in Deutschland und Europa“, sagte er.

Der 9. November ist als schicksalhaftes Datum in die deutsche Geschichte eingegangen, das von der Gesellschaft als Widerspruch empfunden wird. Einerseits ist dies ein Tag deutscher Schande und blanker Barbarei, andererseits aber auch ein Tag der Befreiung. Die Berliner Mauer fiel am 9. November 1989.

Reinhilde Otto

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